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Verantwortungsvolles Spielen

Selbstausschluss und Kontosperre

Wer eine Auszeit vom Glücksspiel benötigt, kann sein Konto für einen selbst gewählten Zeitraum sperren lassen. Der Selbstausschluss bedeutet, dass während dieser Frist keine Einzahlungen und keine Spieleinsätze mehr möglich sind. Was der Ausschluss nicht leistet, ist die Tilgung bereits entstandener Verluste oder die Rückabwicklung vergangener Einzahlungen – er wirkt ausschließlich in die Zukunft. Nach Ablauf der Frist entscheidet die spielende Person selbst, ob sie das Konto wieder aktiviert oder die Sperre verlängert. In der Praxis lohnt es sich, das Datum des Ausschlusses zu notieren und sich rechtzeitig zu überlegen, ob eine erneute Freischaltung wirklich gewünscht ist.

Anzeichen für problematisches Verhalten

Glücksspiel wird dann zum Problem, wenn es aufhört, eine freiwillige Freizeitbeschäftigung zu sein und beginnt, andere Lebensbereiche zu überlagern. Die folgenden Anzeichen können auf eine Gefährdung hindeuten, wobei bereits einzelne Punkte ernst genommen werden sollten.

  • Das Glücksspiel beschäftigt Sie gedanklich über längere Zeit, auch außerhalb der Spielsitzungen.
  • Sie verschieben berufliche, familiäre oder soziale Verpflichtungen zugunsten des Spielens.
  • Sie fühlen sich unruhig oder gereizt, wenn Sie nicht spielen können.
  • Sie leihen sich Geld oder greifen auf Rücklagen zurück, um Einsätze zu finanzieren.
  • Sie spielen weiter, obwohl das Spielen bereits Probleme in Ihrem Umfeld verursacht hat.

Wer mehrere dieser Anzeichen bei sich wiedererkennt, sollte das Gespräch mit einer Beratungsstelle suchen, noch bevor finanzielle oder persönliche Schäden weiter wachsen.

Warum Glücksspiel kein Einkommen ist

Glücksspiel beruht auf Zufall und ist kein Erwerbszweig. Wer Einsätze tätigt, muss damit rechnen, diese zu verlieren; ein sicherer Gewinn existiert nicht. Deshalb ist es irreführend, Glücksspiel als Lösung für Geldprobleme zu betrachten. Wer finanzielle Engpässe hat, sollte diese nicht durch höhere Einsätze ausgleichen wollen, sondern durch Budgetplanung, Beratung oder die Kontaktaufnahme mit einer Schuldenberatungsstelle. Die Erwartung, Verluste durch weitere Spiele zurückzugewinnen, führt in der Regel zu noch größeren Verlusten. Nur Geld, dessen vollständiger Verlust keine existenziellen Folgen hätte, sollte für Einsätze verwendet werden.

Zeitliche und finanzielle Kontrolle

Die Kontrolle über das eigene Spielverhalten beginnt mit klaren Regeln, die vor der ersten Runde festgelegt werden. Dazu gehören ein Limit für den Einsatz, eine Obergrenze für die Spieldauer und eine Festlegung, wie oft pro Woche gespielt wird. Pausen und bewusste Unterbrechungen helfen, impulsive Entscheidungen zu vermeiden und das eigene Verhalten nüchtern einzuschätzen. Wer bemerkt, dass Spielzeiten oder Ausgaben steigen, sollte eine Auszeit einplanen und die eigenen Gewohnheiten überprüfen. Auch ein Abbruch der Sitzung bei steigender Verlustsumme ist ein wirksames Mittel, um die Kontrolle zu behalten.

Spielen in belastenden Situationen

Wer müde, emotional aufgewühlt oder unter dem Einfluss von Alkohol spielt, trifft Entscheidungen, die er im nüchternen Zustand nicht treffen würde. Müdigkeit vermindert die Urteilsfähigkeit, und Alkohol senkt die Hemmschwelle für höhere Einsätze. In solchen Verfassungen sollte auf das Spielen ganz verzichtet werden, ebenso nach einem Streit oder an einem Tag mit beruflichem oder persönlichem Stress. Wer sich in einer angespannten Lage befindet, spielt nicht zur Entspannung, sondern riskiert, Verluste emotional zu kompensieren. Eine einfache Regel lautet: Nur spielen, wenn man ausgeruht, ausgeglichen und klar im Kopf ist.

Tipps für einen kontrollierten Umgang

  • Nutzen Sie ausschließlich frei verfügbares Geld, dessen Verlust Sie verkraften können.
  • Behalten Sie Ihre Ausgaben im Blick und notieren Sie, was Sie pro Monat für Glücksspiel ausgeben.
  • Planen Sie spiel­freie Tage ein, an denen Sie bewusst nicht spielen.
  • Vermeiden Sie spontane Nachzahlungen, wenn Sie ein Limit bereits erreicht haben.
  • Brechen Sie das Spiel ab, sobald es nicht mehr entspannt bleibt oder Sie sich unter Druck fühlen.

Diese Regeln funktionieren nur, wenn sie vor dem Spiel festgelegt und nicht während der Sitzung verändert werden. Wer eine Regel einmal ausgesetzt hat, sollte dies als Signal verstehen und die nächste Sitzung kürzer oder mit niedrigerem Einsatz planen.

Kinder und Jugendliche schützen

Minderjährige dürfen keinen Zugang zu Glücksspielen haben. Erwachsene tragen die Verantwortung dafür, dass Konten, Zahlungsdaten und Geräte nicht von Kindern oder Jugendlichen genutzt werden können. Dazu gehört, dass Geräte mit Zugang zu Glücksspielseiten nicht unbeaufsichtigt bleiben und dass Passwörter für Spielkonten nicht für andere Zwecke verwendet oder weitergegeben werden. Auch das Vorbildverhalten der Erwachsenen spielt eine Rolle: Wer selbst kontrolliert spielt und offen über die Risiken spricht, vermittelt Kindern einen realistischeren Umgang mit Glücksspiel als jemand, der Verluste verschweigt oder Gewinne überhöht darstellt.

Hilfe für Angehörige und Freunde

Wer bei einer nahestehenden Person Anzeichen von problematischem Spielverhalten bemerkt, sollte das Gespräch behutsam und ohne Vorwürfe suchen. Sinnvoll ist es, konkrete Beobachtungen zu benennen, etwa gestiegene Spielzeiten oder finanzielle Engpässe, anstatt die Person pauschal zu verurteilen. Angehörige können Unterstützung bieten, indem sie eine Beratungsstelle empfehlen und anbieten, den ersten Kontakt zu begleiten. Sie sollten jedoch keine Schulden übernehmen, keine Kredite für die spielende Person aufnehmen und keine Einsätze finanzieren. Wer selbst unter dem Spielverhalten eines Angehörigen leidet, kann sich ebenfalls an eine Beratungsstelle wenden – auch Angehörige haben Anspruch auf Unterstützung. Das eigene Leben darf nicht vollständig von der Kontrolle über das Verhalten der anderen Person abhängig gemacht werden.

Hilfsangebote in Österreich

In Österreich stehen mehrere seriöse Stellen zur Verfügung, die Information, Beratung oder weiterführende Hilfe anbieten. Diese Angebote sind kostenlos und unterliegen der Schweigepflicht, was den ersten Schritt erleichtert. Die folgenden Einrichtungen sind zentrale Anlaufpunkte.

Wer unsicher ist, ob das eigene Verhalten bereits problematisch ist, findet bei diesen Stellen auch Selbsttests, die eine erste Einschätzung ermöglichen. Die Inanspruchnahme einer Beratung ist keine Schande, sondern ein Schritt der Selbstfürsorge, der frühzeitig und ohne Abwarten einer Krise erfolgen sollte.

Ein sicherer Umgang mit Glücksspiel setzt Information, Selbstbeobachtung und klare Regeln voraus. Hilfe sollte frühzeitig in Anspruch genommen werden, wenn Belastungen entstehen – sowohl für die spielende Person selbst als auch für deren Umfeld.